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Fatos Lubonja
ist 1951 in Tirana geboren und hat Physik studiert. 1974 wurde der
Dreiundzwanzigjährige wegen "feindlicher Agitation und Propaganda"
inhaftiert, nachdem sein Vater, ein hoher Kulturfunktionär, im
Zuge einer Kampagne des Hoxha-Regimes gegen "dekadente westliche
Einflüsse" in Ungnade gefallen war und bei ihm selbst
regimekritische Schriften gefunden worden waren.
Fatos Lubonja verbrachte insgesamt siebzehn Jahre in Gefängnissen
und Straflagern. Die Erfahrungen dieser Zeit hat er in
autobiographischen Romanen und Erzählungen verarbeitet.
Heute ist Lubonja einer der einflußreichsten unabhängigen
Publizisten Albaniens. Sein Einsatz für die Menschenrechte, für
Demokratie und sozialen Ausgleich in der von politischen und
wirtschaftlichen Widersprüchen zerrissenen postkommunistischen
albanischen Gesellschaft haben ihm auch im Ausland hohes Ansehen
eingebracht. 2002 wurde ihm in Rom der "Premio Alberto Moravia"
verliehen.
Hier werden
folgende Texte von Fatos Lubonja vorgestellt:
Die Verhaftung ist ein Auszug aus
Fatos Lubonjas autobiografischem Roman Das zweite Urteil.
Die beiden Prosatexte Çuçi und
Eqerem stammen aus einem Zyklus von Gefängniserzählungen.
Der Essay Zwischen Lokalem und
Universalem wurde für die von der Körber-Stiftung im Literaturhaus
Hamburg veranstaltete Veranstaltung Europa schreibt verfasst, an der
Schriftsteller aus allen Ländern Europas teilnahmen.
Das
zweite Erwachen des Enver Hoxha wurde für das von Katharina
Raabe und Monika Sznajderman herausgegebenen Buch Last & Lost. Ein
Atlas des verschwundenen Europa (Suhrkamp Verlag 2006)
geschrieben. |